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Reisebericht Ouarzazate - Taroudant - Agadir

plötzlich Schnee im Hoch-Atlas
Oliven

Reisebericht: Ouarzazate - Taroudant - Agadir

Autor: Norbert Hochhaus
Marokko-Rundreise vom 25.02. - 01.03.2016

Marokko, was stellt man sich von Marokko vor.  Marokko, 3mal größer als Deutschland, das stellt man sich zuerst mal nicht vor. Dass dieses Land anders ist, als in den Medien z.Z. beschrieben, stellt man sich auch nicht vor. Man muss unterscheiden zwischen im Land lebenden Marokkanern und in Deutschland lebenden Wirtschaftsflüchtlingen. Unser Guide Zacharia bezeichnete diese sogar als größtenteils Kriminelle oder Drogendealer und dass diese „Landsleute“ nicht mit der Kultur der Marokkaner vereinbar seien, sie werfen ein schlechtes Licht auf Marokko.

Marokko zählt als fruchtbarstes Land Afrikas. Von den 34 Mio. Einwohnern leben etwa 70%  direkt oder indirekt von der Landwirtschaft.  Seit etwa einem Jahr hat es nicht mehr geregnet, was zu größeren Engpässen in der Versorgung führt.

Etwa 1/3 des Weltphosphatvorrats liegt in Marokko und der Tourismus liegt an 3. Stelle.

Im Gegensatz zu anderen Tourismusländern gibt es keine Privatstrände an der 3000 km langen Küste.

Mohammet der VI. ist der derzeitige König. Es wird französisch gesprochen, aber auch englisch wird verstanden. Von 1912 bis 1956 war Marokko ein französisches Protektorat und vieles wurde von Frankreich übernommen.

Etwa 25% der Einwohner sind unter 28 Jahren. Die durchschnittlichen Einkommen liegen bei 60 % der Bevölkerung bei ca. 300 €, 30% haben weniger und 10% haben kaum Einkommen. So verdient ein Grundschullehrer ca. 400 – 600 € im Monat und ein Realschullehrer 900 €. Etwa 60% der Lehrer sind Frauen.

Der Staat zahlt kein Arbeitslosengeld. Wer keine Arbeit hat wird von der Familie mit ernährt. Eine Familie hat etwa 5-6 Kinder. Von den ansässigen ausländischen Firmen sind 60% französisch, z.B. Renault. Die französische Sprache und die guten politischen Beziehungen spielen eine große Rolle. Ein Stipendium in Frankreich oder Deutschland wird mit 700 €/Mon. bezuschusst.

Rente gibt es erst ab 60 und neuerdings mit 62 bzw.63 Jahren.

In Marokko gibt es keine Altenheime. Die älteren Menschen werden von ihren Familien versorgt.

Die Einfuhr von gebrauchten Autos aus Europa ist begrenzt, sie dürfen nicht älter als 5 Jahre sein. Man möchte im Land keinen Lagerplatz für europäische Schrottautos aufkommen lassen. Benzin und Diesel sind nicht billig. Die Preise liegen etwa bei 75,5 Dirham = 0,755 €.

auf dem Weg nach Taroudant
Taroudant

Ein Tagesausflug führt uns nach Ouarzazate. Ouarzazate ist in der Filmwelt bekannt durch seine Lehmhäuser. Hier wurden viele berühmte Filme gedreht. Die Lehmhäuser sind in einem sehr guten Zustand und sind im Weltkulturerbe der UNESCO gelistet. Man fährt vorbei an äußerst interessanten, hügeligen Landschaften, die ideal für Filmaufnahmen sind. Hier befinden sich die Studios von CLA und CINEMA.

Am 27.02.16 hat es erstmals seit einem Jahr geregnet. Die Flussläufe, sog. Wadis, sind ausgetrocknet und die Talsperren haben kaum noch Wasser.

Im Kenzi Azghor Hotel in Ouarzazate wird übernachtet. Dieses Hotel ist nur für eine Nacht und mit dem Savoy Le Grande Hotel in Marrakech nicht zu vergleichen, aber es ist sauber und die ständige Zugluft, die aus allen Ecken pfeift, sorgt immer für frische Luft.

Unsere Fahrt führt durch bzw. über den Hohen Atlas. Die Passstrasse überqueren wir bei 1800m in Richtung Taroudant. Wir genießen die wunderschönen Aussichten und vor uns, immer Richtung Westen, die schneebedeckten Gipfel des Atlasgebirges. Rechts und links der Straße hügelige, unbewachsene und karge Landschaften. Vorbei an ausgetrockneten Flussoasen -Wadis- und immer am Horizont die schneebedeckten Gipfel der Berge.

Hin und wieder werden Fotopausen eingelegt, weil die unterschiedlichsten Landschaftsformen es wert sind, im Bild festgehalten zu werden.

Wir erreichen ein kleines Dorf, wo uns sofort ein Haus mit weisser Kuppel auffällt. Hier wohnt ein „Marabo“, ein heiliger Mann. Scheinbar waren es wohl die Berber, die als erste Einwohner Marokkos gelten und auch erste Kontakte zu den Römern hatten.

Ziegen im Argan Baum
der Rentner-Platz

Entlang der Straße immer wieder kleine Olivenhaine. Hin und wieder sieht man Nomaden, die mit ihren Ziegenherden durch das Land ziehen.

In Taznacht machen wir eine Tee- bzw. Espressopause. Einzelne Polizeikontrollen vermitteln ein gefühl von Sicherheit im Inland. So langsam nähern wir uns der Souzregion. Immer wieder begegnen uns Schaf- und Ziegenherden.Die Souzregion ist eine Berberregion, die durch ihre Ziegenzucht bekannt ist.

Rechts und links werden die Baumbestände mehr. Es sind Arganbäume, die hier millionenfach wachsen. Arganbäume werden auch Ziegenbäume genannt, weil die Ziegen in die Bäume klettern, um deren Laub zu fressen. Bekannt sind die Arganbäume durch die Gewinnung von Arganoel. Sie wachsen nur hier in der Souzregion, weil sie ein besonderes Klima brauchen. Es ist dies die einzige Region auf der Welt, wo Arganbäume wachsen.

Orangen- und Mandarinenplantagen und Erdbeerfelder tauchen immer häufiger auf. Leider macht sich gerade hier die Wasserknappheit sehr bemerkbar.

Safran, ein sehr teures Gewürz, wächst in dieser Gegend. In Aazafaran halten wir an, um Safran einzukaufen. So gibt es natürlich auch frisch aufgebrühten Safrantee. Die Safranblüte wächst nur hier auf einem 2ha großen Feld.  Ein Gramm Safran kostet 4 €. Das Geschäft wurde 2011 vom König eingeweiht. Der Ort Tarudong ist eine kleine Berberstadt die ausschließlich von Safran und Viehzucht lebt.

Bemerkenswert ist, dass sich unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel für ein 9 Milliardenprojekt der Solarindustrie eingesetzt und dafür gekämpft hat, dass dieses Projekt hier in der Gegend gebaut wird. Es soll 2022 fertiggestellt sein.

In Taroudant wird eine Mittagspause eingelegt. Im Restaurant Soussiq wird in einem schönen bunten Berberzelt einheimische Kost probiert. Anschließend spazieren wir durch die schöne Medina und über den Rentnerplatz. Sonntags ist der Rentnerplatz ein Treffpunkt von Männern und Gauklern. Beeindruckend ist die wirklich gut erhaltene Stadtmauer, besser als die Stadtmauer von Marrakech.

Und weiter geht die Fahrt nach Agadir, der 550.000 Einwohnerstadt am Atlantik. Agadir wird auch gerne als „grüne Stadt“ bezeichnet. Palmen und Blumenhecken zieren die Straßenränder. Kilometerweite Strände, eine Marina, an der sich die Kreuzfahrtschiffe treffen. Auffallend  ist die Sauberkeit überall im Land. Saubere Gehwege, saubere Straßen und auch Häuser.

In Agadir dürfen wir noch einige Hotels begutachten. Zu den besten gehören sicherlich das „Hotel Royal“ und der „Robinson Club“.

Wir durften eine interessante Infomationsreise durch ein hoch interessantes und schönes Land erleben.

Norbert Hochhaus